Wir sind jetzt auf dem E1. Heute laufen wir von Engen nach Blumberg und weiter nach Achdorf. Auf dem Weg kommen wir am Napoleonseck vorbei, wo wir eine Rast machen. Ein Platz am Waldrand mit toller Aussicht. Als wir langsam wieder los wollen ziehen schwarze Wolken auf. Während wir noch überlegen ob wir es zur nächsten Hütte schaffen, geht es auch schon los. Ein starkes Gewitter mit Sturm und kurz auch Hagel. Wir kauern eingerollt in unserem Tarp auf einer Bank, Willie darunter. Die Hagelkörner und kleine Äste prasseln auf uns ein. Es donnert wie verrückt. Da wir unter dem Tarp versteckt sind, sehen wir nicht was um uns herum passiert. Als es nach etwa zwanzig Minuten aufhört, packen wir unsere Sachen und wollen weiter. Nach etwa hundert Metern liegen mehrere Bäume auf dem Weg. Das Donnern kam also nicht nur vom Gewitter. Wir werden heute noch über einige umgestürzte Bäume klettern müssen. Durch die Abkühlung und den glimpflichen Ausgang des Ereignisses laufen wir motiviert und fröhlich weiter bis Blumberg. Dort wird gegessen. Anschliessend steigen wir steil über einen engen, glitschigen Pfad im Wald in die Tiefe. Hier sind Wasserfälle und der Anfang der Wutachschlucht. Ganz unten erwartet uns eine etwa sechs Meter lange steile Treppe aus Metallgitter, eher eine Leiter. Ich allein hätte mit meiner Höhenangst schon Schwierigkeiten dort hinunter zu kommen. Jetzt mit dem riesigen Rucksack und nach dem steilen Abstieg und mit weichen Knien bin ich nicht dazu in der Lage. Und Willie kommt da gar nicht runter. Er trägt zwar ein Geschirr mit dem ich ihn kurz irgendwo rauf oder runterheben kann, aber das hier ist ne Nummer zu heftig. Ich müsste ihn mit der Leine an mir befestigen und dann da runter. Er wiegt deutlich über 20kg und wir haben das noch nicht geübt. Jetzt, in meinem Zustand, und bei der Nässe wird das nix. Also wieder hoch zum Ausgangspunkt. Ist auch nicht leicht, aber der einzige Weg. Wir müssen nun 3km an einer engen, kurvigen Strasse runterlaufen nach Achdorf. Einen Fussweg gibt es nicht. Wir kommen heil in Achdorf an und werden von Nikolaus (schlafen-im-stroh.de) freundlich empfangen. In seinem Garten dürfen wir Zelten. Es gibt ein Klo, eine Aussendusche und Strom. Als wir das Zelt aufgebaut haben bringt er uns zwei kalte Bier. Herrlich!
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