Schon in der Ausbildung habe ich gelernt, dass ein vernünftiges Mis en Place entscheidend für das Gelingen eines Vorhabens ist. Ich lese mich daher erstmal in das Thema ein, lese diverse Reiseberichte und -tagebücher im Internet, bestelle mir Wanderführer zum E1 und informiere mich über Trekking und Bushcrafting auf Youtube. Manche meinen das ja echt ernst, so mit Tarnkleidung durch den heimischen Forst und Lager bauen. Ist nicht so meins. Die neonfarbene Jack Wolfskin Jacke muss es dann aber auch nicht sein. Ultraleichtes Trekking scheint auch gerade sehr angesagt. Da werden dann Zahnbürsten abgesägt um nochmal 2 Gramm Gewicht zu sparen. Ist mir auch zu doof. Ein vernünftiger Mittelweg ist gefragt.
Erstmal die Frage der Übernachtungen. Nur von Hotel zu Hotel soll es nicht sein, ich will ja in der Natur sein. Nur draussen geht aber auch nicht, hin und wieder will man sich ja auch `nen Ort ansehen oder mit Menschen in Kontakt treten. Da will man dann auch nicht gerade aussehen und riechen wie ein Ork. Ich plane deshalb, hin und wieder in Pensionen, Hotels, Fewos oder was sich so ergibt zu übernachten. Da kann ich dann mich und die Kleidung waschen und ein festes Bett geniessen. Die meisten Nächte aber möchte ich draussen verbringen. Zelten oder Biwakieren stellt sich als nächste Frage. Biwakieren ist durchaus noch mehr in der Natur und auch vom Gewicht ist es angenehmer auf den schwersten Gegenstand, das Zelt, zu verzichten. Sollte es dann aber doch einmal regnen, vielleicht sogar mehrere Tage, wäre ich froh eine Unterkunft zu haben in der ich sitzen und notfalls auch was kochen könnte. Meine Entscheidung fällt somit aufs Zelten.
Und mit der Entscheidung hauptsächlich draussen zu schlafen, entscheide ich mich auch für eine überwiegende Selbstversorgung was die Nahrung betrifft. Ich möchte für etwa zehn tage autark leben können. Das geht nur mit Trekkingnahrung, sonst kann ich auch gleich ein Begleitfahrzeug mieten, welches mein Gepäck transportiert. Ich suche mir einige Rezepte raus und möchte mir mein Tütenfutter gesund und vollwertig selbst mischen. Von der Zubereitung und dem Ergebnis werde ich euch ganz sicher später noch berichten.
Neben Unterkunft und Essen benötigt man dann ja auch noch etwas Kleidung. Das Zwiebelprizip hat sich bewährt. Ich verbringe viele Stunden mit der Recherche und besorge mir einige wenige Kleidungsstücke. Vieles mit Merinowolle, alles sehr funktional, in möglicht unauffälligen Farben und bequem soll es auch noch sein. Ultraleicht ist auch ein anderes Wort für teuer, muss ich feststellen. Auch über die einzelnen Kleidungsstücke, und ob sie sich bewähren, werde ich in Zukunft berichten.
Einen Rucksack werde ich mir erst zulegen, wenn ich wirklich alles zusammenhabe. Dann weiss ich wie viele Liter Volumen der Rucksack haben sollte und auch wie schwer es wird. Als Notfallplan, falls der Rucksack untragbar schwer wird, habe ich mir einen Pilgerwagen ausgesucht. Ich hoffe, dass ich diesen nicht brauchen werde.
An die Technik will natürlich auch gedacht sein, als erstes mal die Versorgung mit Strom. Habe eine Powerbank mit separater Solarzelle bestellt. Aufzuladen gibt es dann die Strinlampe, das Handy und den Ebook-Reader. Navigieren möchte ich mit der App von Komoot, die GPS-Tacks habe ich von den Rohner-Wanderführern heruntergeladen und kann sie in umgekehrter Reihenfolge abspeichern (Der E1 wird offenbar nur von Nord nach Süd gewandert, habe noch niemanden gefunden, der von Süd nach Nord will). Dieses Tagebuch kann ich ebenfalls übers Handy pflegen. Fotos mache ich auch mit dem Handy.
Und dann ist da auch noch Willy. Willy ist erst seit ein paar Wochen bei uns und ahnt noch nicht, was ihm blüht. Er darf mit, muss aber sein Gepäck (Futter, Decke, evtl. Wasser) selbst tragen. Dafür hat er auch schon einen speziellen Hunderucksack bekommen und trägt diesen gelegentlich schon auf Spaziergängen. Mit Gepäck läuft er zahm wie ein Lamm neben mir her, das fängt schonmal gut an.
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